Naikan

Was ist Naikan?

Naikan heißt übersetzt Innenschau. Die Übung gibt uns Raum und Zeit, unser Leben zu betrachten, um

  • innere Schwierigkeiten und Konflikte zu überwinden
  • das Wesentliche in uns zu entdecken
  • innere Ruhe, Frieden und Freude zu entfalten und
  • eine neue Lebensausrichtung zu finden.

Naikan basiert auf der tausendjährigen meditativen Tradition Japans und wurde vor mehr als 70 Jahren von Ishin Yoshimoto entwickelt. Ein klassisches Naikan-Retreat dauert 7 Tage in Stille und Abgeschiedenheit.

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Nur kurze Interviews unterbrechen und strukturieren die Selbstklärung und Selbstfindung.

Wir ziehen uns für die Übung von allen Geschäftigkeiten des Lebens zurück und konzentrieren uns auf unsere inneren Prozesse. Mit Hilfe der 3 Naikan-Fragen (siehe dort) strukturieren wir den Strom der Erinnerungen und konzentrieren uns für längere Zeit nur auf einen Abschnitt unseres Lebens. Schritt für Schritt durchwandern wir die Erinnerungen an Menschen und Themen, die unser Dasein beeinflussen.

Wir integrieren verloren Gegangenes, befreien uns von Blockaden und entdecken, was uns wirklich ausmacht. Belastendes löst sich auf, Bereicherndes verstärkt sich, die Freude kehrt wieder ein. Wir tauchen ein in die Tiefenstruktur unseres Lebens und kommen mit neuer Sicht und neuen Einsichten in den Alltag zurück. Heilung und Selbstverwirklichung wird möglich, weil sich unser Inneres von Blockaden, Konflikten und Problemen reinigt und diese verabschiedet.

In diesen sieben Tagen haben wir unser bisheriges Sein durchleuchtet und neu erfahren, eine neue Sichtweise wird eingeübt, mit der wir uns an Fakten statt an Konstrukten orientieren. Diese wird möglich, weil wir, wie es eine Teilnehmerin formulierte, „in der Stille, reduziert auf das Wesentliche, nach Innen schauen, spüren, hören konnten und gelernt haben, anzunehmen was kommt“.

Versöhnung, Neuorientierung, Ordnung, innere Ruhe, Klärung, Friede, Freiheit – das sind Ergebnisse, die Naikan-TeilnehmerInnen aus der Übung mit nach Hause nehmen. Denn das, was im Naikan gefunden wird, ist unmittelbar wirksam und beeinflusst sofort unser kommendes Leben.

E-Book: Naikan – Der innere Weg.pdf




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Methode

Naikan hat eine einfache, klare Struktur, die uns hilft, in die Tiefe unseres Unbewusstseins vorzudringen und Licht in das Dunkel unseres Seins zu bringen. Dabei ist die Methode sehr sicher, weil sie die natürlichen Schranken, die das Unbewusste errichtet, um uns zu schützen, respektiert. Wir finden im Naikan nur, was wir im Moment annehmen und lösen können. Aber das ist ungeheuer viel und überrascht immer wieder mit seiner Dynamik und den Energiepotentialen, die dabei frei werden.

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Die Elemente der Naikan-Methode sind:

  • Stille und Abgeschiedenheit in einem Setting, das Schutz und Geborgenheit gibt
  • Konzentration auf eine Beziehung oder ein Thema, die/das wichtig und bestimmend für unser Leben war und ist
  • Strukturierung der Erinnerungen an diese Beziehung oder das Thema durch Fokussierung auf überschaubare Abschnitte (in der Regel 3 bis 6 Jahre), beginnend am Anfang der gemeinsamen Zeit bis zum Ende (Tod, Beendigung der Beziehung oder heute)
  • Steuerung der Erinnerungsinhalte mit Hilfe der 3 Naikan-Fragen
  • Nicht-pushende, nicht-wertende, respektvolle, empathische Begleitung
  • Raum und Zeit für den eigenen, inneren Prozess, der sich von selbst entfaltet

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Naikan-Fragen

Herzstück der Naikan-Übung sind die drei Naikan-Fragen, die Ishin Yoshimoto nach 25 Jahren Entwicklungsarbeit an der Methode formuliert hat. Sie sind in ihrer Formulierung präzise und öffnen den Geist für eine oft verschüttete Wahrheit unseres Lebens – das wir immer und in jeder Situation von anderen abhängig und mit ihnen verbunden sind. Unser Verhältnis zu diesen Menschen und Wesen bestimmt die Qualität unseres Lebens.

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Die drei Naikan-Fragen sind:

  • Was hat eine Bezugsperson (ein Thema) in dem Lebensabschnitt, den ich gerade betrachte, für mich getan?
  • Was habe ich für diese Bezugsperson (für das Thema) getan?
  • Welche Schwierigkeiten habe ich dieser Bezugsperson (dem Thema) gemacht?

Die Fragen werden reduziert auf die Fakten beantwortet. Meinungen wie „meine Mutter hat alles (oder nichts) für mich getan“ beschreiben keine Tatsachen, sondern unseren Eindruck über eine Zeit. Im Naikan lernen wir, mit Hilfe unserer Erinnerungen „wahrzunehmen“. Was hat meine Mutter (oder die Person, die mich z.B. in den frühen Jahren meiner Kindheit versorgt hat) mir zum Frühstück gegeben? Hat sie mich am Abend ins Bett gebracht und mir vielleicht noch eine Geschichte erzählt? Wenn wir im Naikan auf diese Fakten-Ebene kommen, so erzählt uns das, was passiert ist, oft eine ganz andere Geschichte als unsere Ansicht über die selbe Zeit. So wie in einer Gerichtsverhandlung durch Untersuchung der Fakten allmählich ein Bild des Geschehens entsteht, das näher an den Tatsachen und damit wahrheitsgemäßer ist. Dadurch können wir unsere Anschauungen (die z.B. in der frühen Zeit Interpretationen eines Kindes waren) mit Hilfe unseres heutigen Verständnisses revidieren und die tatsächlichen Ereignisse in einer ganzheitlichen Schau erfahren.




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Rahmen

Die Naikan-Methode bietet einen heilsamen und richtungsgebenden Rahmen, ohne den Prozess einzuengen oder in eine bestimmte Vorgabe zu drängen. Es ist ein offener Prozess mit einem offenen Ende, der durch die Struktur angeregt werden soll, sich aus sich selbst heraus zu entwickeln. Gerade diese Offenheit braucht aber eine starke Struktur, die Sicherheit gibt.

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Die TeilnehmerInnen können im Naikan-Zentrum entschleunigen und zu ihrem Eigenrhythmus zurückkehren. Ihre Naikan-Zelle ist ihr Schutzraum, in dem sie Geborgenheit für den Prozess finden. Die Naikan-Begleitung ist respektvoll und nicht drängend. Das Essen kommt auf den Platz, Sonderwünsche werden erfüllt. Die anderen Naikan-TeilnehmerInnen sind rücksichtsvoll und achten meine nach Innen-Gewandtheit. Der Naikan-Garten steht jederzeit zur Verfügung, die Übenden können dort in der Sonne sitzen und doch in ihrer Stille bleiben. Alles ist auf das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug abgestimmt. So kann jeder seinen inneren Prozess im eigenen Tempo vollziehen und zum bestmöglichen Ergebnis kommen.

Rahmen Rahmen Rahmen Rahmen


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Ablauf

Die Naikan-Retreats im Neue Welt Institut beginnen in der Regel am Samstag Morgen um 10:00 Uhr und enden Freitag Nachmittag spätestens um 14:00 Uhr. Der Tag im Naikan-Retreat ist klar gegliedert.

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Wecken um 7:00 Uhr, nach der Morgentoilette ein kurzer Reinigungsdienst, an dem sich alle TeilnehmerInnen beteiligen. Danach kommt das Frühstück auf einem kleinen Tischchen in die Zelle.

Zwischen 8:45 und 9:00 Uhr beginnt die erste Interview-Runde. In den ersten Tagen kommen die Naikan-BegleiterInnen 10 mal zum Interview, dann lässt die Dichte langsam nach. In der zweiten Wochenhälfte sind es noch 8 Interviews am Tag. Mittagessen und Abendessen kommen ebenfalls in die Naikan-Zelle. Der Naikan-Tag endet zwischen 21:00 und 22:00 Uhr je nach Tagesverlauf.

Die TeilnehmerInnen regulieren die Intensität ihres Einsatzes selbst. Aber niemals sollte der Teilnehmer/die Teilnehmerin denken „jetzt mach ich eine Pause“, weil sonst das Unterbewusstsein den Prozess unterbricht. Das ist nicht notwendig, weil selbst Träume oder Fantasien im Halbschlaf Einsichten und Erkenntnisse ins Bewusstsein bringen können und so den Naikan-Prozess fördern.

 Naikan-Ablauf.pdf




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Begleitung

Naikan-Begleiterinnen geben den TeilnehmerInnen den Raum, um mit dem in Kontakt zu kommen, was sie ausmacht. Ihre wichtigsten Aufgaben sind es, respektvoll und empathisch zuzuhören und die Struktur zu bieten, die der Prozess zu seiner Entfaltung braucht.

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Naikan-BegleiterInnen stehen bei Blockaden bei, und helfen, den Prozess im Fließen zu halten. Eine andere ihrer Aufgaben ist es, auf die Naikan-Regeln hinzuweisen, um die Form der Selbstarbeit klar und eindeutig zu halten.

In diesem Setting fällt es den Übenden leicht, sich wirklich zeigen und  öffnen zu können. Deshalb pushen Naikan-BegleiterInnen nicht den Prozess, interpretieren, beurteilen oder deuten keine Inhalte und fordern nicht zu verstärkter Mitarbeit auf. Sie spiegeln nur ganz vorsichtig und selten ihr eigenes Empfinden und bleiben rücksichtsvolle Begleiter eines kostbaren Geschehens.

Nach dem Naikan-Besuch stehen die BegleiterInnen telefonisch, über e-mail oder persönlich für Nachbesprechungen bei Bedarf zur Verfügung.

Naikan-Begleitung.pdf

Vita Franz Ritter.pdf Vita Margit Lendawitsch.pdf

Begleitung Begleitung Begleitung Begleitung
Vita_Franz_Ritter.pdf

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Naikan-Formen

Die Grundform von Naikan ist das siebentägige Naikan-Retreat, das in allen Naikan-Zentren angeboten wird. Im Laufe seiner Entwicklung hat die Methode jedoch auch einige neue Formen hervorgebracht. Die gängigsten sind hier aufgelistet.

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Jedoch bieten einzelne Naikan-Zentren besondere Übungsangebote, die spezielle Aspekte von Naikan betonen oder die Übung mit anderen Methoden kombinieren.

7-Tage-Naikan

Das klassische Naikan-Retreat entspricht in seiner Länge den einwöchigen Übungen, die in vielen Kulturen zur Selbstentwicklung, als Initiationsriten, Zen-Sesshins oder Exerzitien entwickelt wurden. Auch Naikan bedient sich unseres inneren, vielleicht sogar biologisch begründeten Zeitbedürfnisses, um eine behutsame Reifung der Selbsterkenntnis und Selbstheilung zu ermöglichen. Das Mondviertel erlaubt den AbsolventInnen, ihren Prozess in Ruhe zu beginnen, sorgsam zu vertiefen und auch genügend Zeit für die Festigung der Ergebnisse zu haben. Im Neue Welt Institut beginnt das einwöchige Naikan-Retreat in der Regel am Samstag um 10:00 Uhr und endet Freitag spätestens um 14:00 Uhr.

In einem Wochen-Naikan werden nahezu 100 Stunden Selbsterfahrung oder Therapie absolviert. Das ist rein zeitlich gesehen mit einem Psychotherapie- oder Coaching-Prozess von etwa einem Jahr Dauer mit 2 Arbeits-Stunden pro Woche vergleichbar. Dennoch wird die Woche von fast allen TeilnehmerInnen als erholsam und entspannend erlebt.

Durch die kompakte Form bleibt ständig ein gründlicher Arbeitsprozess im Gange, der sehr viel tiefer geht als eine wöchentliche Begegnung mit einem Therapeuten, Coach oder spirituellen Lehrer. Trotz der scheinbaren Kürze des Prozesses sind die Ergebnisse äußerst nachhaltig. Der Naikan-Prozess wirkt für mindestens ein Jahr intensiv nach und flacht dann nur ganz langsam ab. Die wesentlichsten Erkenntnisse der Woche sind  transformatorische Quantensprünge in unserem Geist und verankern sich tiefgreifend in unserem Denken und Handeln.

Tages-Naikan

Für Naikan-AbsolventInnen ist Tages-Naikan eine gute Möglichkeit, ihre Erfahrung zu pflegen und zu vertiefen. Themen, die seit der letzten Naikan-Woche aufgetaucht sind oder aus Zeitgründen in ihr nicht bearbeitet werden konnten, finden sehr gut im Tages-Naikan ihren Raum. Tages-Naikan kann im Neue Welt Institut während jeder regulären Naikan-Woche geübt werden.

Kodo-Naikan

Kodo-(Verhaltens)-Naikan wurde vom japanischen Unternehmensberater Tadashi Takahashi entwickelt, um Mitarbeitern in Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit zu geben, in einem über einige Wochen oder Monate dauernden Entwicklungsprozess gezielt und tiefgehend gecoacht zu werden. Näheres erfahren Sie auf der Seite www.kodo-naikan.com.

Naikan-Coaching

In einer intensiven Kurzform hat das Neue Welt Institut eine neue Coaching-Art erarbeitet, die die Vorzüge von Naikan, Kodo-Naikan und Coaching noch kompakter zusammenführt. Näheres unter Coaching.




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Meditation

Naikan ist ein innerer Prozess, der die transformatorische Kraft von Meditation gezielt und auf die Felder Selbstentwicklung und Selbstheilung gerichtet, nutzt. Meditation ist ein ASC-Zustand (Altered State of Consciousness, außeralltäglicher Bewußtseinszustand), der grundsätzlich jedem Menschen zugänglich ist. In einem meditativen Zustand ändert sich die Gehirntätigkeit radikal. Die Erkenntnisfähigkeit verändert sich, Geistesinhalte wie Erinnerungen und Gedanken werden klarer erkannt und von einer ganz anderen Einsichtsfähigkeit aus betrachtet.
Zugleich ist Meditation eine mächtige Intervention.

 

Naikan basiert auf dieser Fähigkeit des menschlichen Geistes, in besondere Bewusstseinszustände zu wechseln. Naikan ist „meditare“, in Augenschein nehmen, wie eine Wurzel des Wortes Meditation lautet. Normalerweise wird während der Meditation der Geist auf ein einzelnes Objekt konzentriert. Dies kann der eigene Atem sein, dessen Kommen und Gehen in den Nasenflügeln oder am Heben und Senken der Bauchdecke beobachtet wird. Andere Techniken verwenden Mantras (zB. „Om manipadme hum") oder das Zen sogenannte Koans („Hat ein Hund Buddha-Natur?"), also Fragen, die unser intellektuelles Verstehen überfordern und damit ausschalten. Im Christentum wurden auch oft Bibelzitate als Meditationsinhalte benutzt. Naikan betrachtet in ähnlich konzentrierter Weise Erinnerungen an wesentliche Momente, Themen  und Beziehungen unseres Lebens.
In der Meditation verändert sich unsere Wahrnehmung. Sichtbar wird dies durch die Veränderung der Wellenmuster des Gehirns. Es kann in frühen Stadien eine völlige Beruhigung aller Wellenaktivitäten eintreten. Alpha-, Beta-, Gamma- und Theta-Wellen sind gerade und ohne jede Bewegung. In besonderen inneren Zuständen zeigen sich je nach Hinwendung (Meditationsobjekt und –technik) Alpha-Wellen, Theta-Wellen oder Gamma-Wellen in deutlich gesteigerten Formen.
Das bedeutet, dass allein Ruhigstellung, Entspannung und die Konzentration auf ein Objekt bereits unsere Gehirn-Aktivität und damit die Möglichkeit unserer Bewusstwerdung beeinflusst.
Wir steigen in der Meditation buchstäblich aus unserem Alltagsbewusstsein aus, in dem wir mit unseren Einstellungen und den daraus resultierenden Problematiken gefangen sind. Damit verändern wir die Ebene unseres Erkennens und Handelns. Wir haben uns aus dem System gelöst, das Ursache für unsere Schwierigkeiten ist und deshalb auch nicht gleichzeitig eine Lösung ermöglichen kann. Stattdessen betrachten wir unser Leben wie aus der Vogelperspektive und entdecken neue Zusammenhänge, Ressourcen und Möglichkeiten.
Viele Probleme ändern sich bereits in dieser Sicht und brauchen keine weitere Behandlung. Diese Erfahrung machen Naikan-Übende, wenn sie aus ihrem Retreat nach Hause zurück kehren und verwundert ihre veränderte Reaktion auf früher scheinbar Unlösbares wahrnehmen. Vieles löst sich aber auch durch die tiefere Einsicht, weil wir das Ganze, das heißt alle einwirkenden Faktoren wahrnehmen können und damit uns selbst und die anderen viel besser verstehen. Dieses Verstehen ist jenseits des Verstandes, es ist ein ganzheitliches Erfassen der Situation in einer Tiefe, die sich oft dem sprachlichen Ausdruck entzieht. Aber es wirkt und heilt und hat damit einfach recht.
In der Meditation erfolgt eine weitgehende Ablösung von den emotionalen Bindungen an einen Bewußtseinsinhalt. Emotionen werden als solche erkannt und von ihrem Objekt getrennt. Geistesklarheit und Geistesruhe treten auf und verändern völlig die Art des Bewusstseins, mit seinen Gegenständen umzugehen. Es ist, wie wenn wir aus der schmalen Box unserer gewöhnlichen Lebensmuster heraustreten und uns selbst von einer anderen, höheren Warte aus betrachten. Durch diese Betrachtung entwickeln wir eine Form des Durchschauens, das manchmal auch ein „zer-sehen" von inneren Komplexen genannt wird.
Meditation wurde und wird in fast allen Gesellschaften unserer Erde gepflegt. Nur die „aufgeklärte" Industriegesellschaft hat die innere Verbindung zu diesen Fähigkeiten des Menschen vernachlässigt und dafür mit richtungsloser Hektik und dem Gefühl der Entwurzelung bezahlt. In der modernen Seminarkultur kehrt aber die Meditation in vielen unterschiedlichen Formen zurück.
Naikan hat die meditative Fähigkeit des Menschen dazu benutzt, das eigene Tun in der Vergangenheit noch einmal zu durchleuchten und auf inspirierende und befreiende Erkenntnisse hin zu betrachten. In der Naikan-Übung vertieft sich der Geist immer mehr in seine eigenen Speicher und schöpft daraus Erkenntnisse, die uns ohne den besonderen Meditationszustand nicht zugänglich wären.


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Geschichte

Naikan wurde in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Ishin Yoshimoto in Japan entwickelt. Der Begründer suchte, unterstützt von seiner Frau Kinuko, eine Methode der tiefen Selbsterkenntnis mit meditativer Ausrichtung zu finden. Seine ersten Teilnehmer waren Angestellte seines eigenen Unternehmens, die durch die Naikan-Erfahrung eine hohe Selbstständigkeit und Selbstverantwortung entwickelten.

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Als Ishin Yoshimoto in den fünfziger Jahren sieben Jahre lang mit TBC im Bett lag, stieg seine Firma trotzdem zum führenden Unternehmen seiner Branche in Japan auf.

Parallel dazu wurde Naikan als Resozialisierung in einem Gefängnis in Nara ausprobiert. Die Gefangenen nahmen die Methode begeistert an und bald verbreitete sich Naikan in vielen Strafanstalten Japans. Eine Studie aus den 60er Jahren zeigt, dass durch die Anwendung von Naikan die Rückfallquote von Schwerverbrechern um mehr als 50% sinkt. Damals hatten bereits über 100.000 Strafgefangene Naikan gemacht. Naikan ist auch heute noch die wichtigste Resozialisierungsmethode in diesem Land.

Nach seiner Gesundung gründete Ishin Yoshimoto in Nara ein erstes Naikan-Zentrum und schenkte sein Unternehmen seinen Angestellten. Bis zu seinem Lebensende 1988 hat er dort gemeinsam mit seiner Frau Naikan geleitet. In den frühen siebziger Jahren begann dann die Gründung von weiteren Naikan-Zentren in Japan. Heute bestehen in diesem Land etwa 40 Zentren. Naikan wird aber auch in der Suchttherapie und in psychosomatischen Kliniken eingesetzt. Auch religiöse Tempel bieten Naikan als moderne Methode der Selbst-Verinnerlichung an.

1991 wird die I.N.A., die Internationale Naikan Association begründet, die seither alle 3 Jahre einen Internationalen Naikan-Kongress veranstaltet.

1980 kam Naikan nach Europa. In Scheibbs, Niederösterreich wurde von Akira Ishii ein erstes Naikan-Seminar geleitet, das der Beginn einer bisher ununterbrochenen Kette wurde. Im deutschsprachigen Raum gibt es 8 selbstständige  Naikan-Zentren und einige Naikan-LeiterInnen, die Naikan-Seminare anbieten. Auch hier gelang es, Naikan sowohl im Strafvollzug als auch in der Drogentherapie zu verankern.

Auch in Nordamerika begann in den frühen achtziger Jahren die Entwicklung von Naikan. David Reynolds, ein amerikanischer Lebenshilfe-Autor veröffentlichte eine Reihe von Büchern, die sich mit der Methode und deren Vergleich mit anderen „stillen" Therapien auseinandersetzten. Danach fanden erste Naikan-Seminare statt, die auch in den USA und Canada immer mehr Interessenten ansprechen.1992 gründete Gregg Krech in Monkton, USA das erste Naikan-Zentrum, das ToDo-Institut in den Vereinigten Staaten.

Naikan Entwicklung in Europa

1972- 1975

Erste Naikan-Versuche in Europa. Der japanische Psychologe Takino leitet 4 Einzel-Naikans in Paris. Erste Naikan-Übung Akira Ishii/Lothar Finkbeiner

1976

Lothar Finkbeiner leitet 2 Naikan-Gruppen in der Justizanstalt Vechta und führt die Methode dort ein

1980

Akira Ishii leitet das erste Naikan-Seminar außerhalb von Japan im Buddhistischen Zentrum Scheibbs/Österreich

Seither ununterbrochene Kette von Naikan-Angeboten in Österreich bis heute

1981

Franz Ritter leitet ersatzhalber sein erstes Naikan-Seminar  im Buddhistischen Zentrum Scheibbs/Österreich

1982

Erstes Naikan-Seminar in Deutschland, Organisation Hr. Breuer

Seither ununterbrochene Kette von Naikan-Seminaren in Deutschland bis heute

1985

Erstes Naikan-Seminar in Italien. Danach 2 -3 Naikans pro Jahr. Etwa 1990 wieder abgeebbt

1986

Erstes Naikan-Seminar in der Drogentherapie-Station Erlenhof. Seither ist Naikan Teil des Therapieangebots dieser Einrichtung

1986

Gründung des Neue Welt Instituts als erstes Naikan-Zentrum außerhalb von Japan durch Franz Ritter

1987

Besuch einer europäischen Gruppe bei Yoshimoto-Sensei

1987

Gründung des Naikan-Zentrums Wolfenbüttel (heute Tarmstedt)

1989

Das erste und bisher einzige Naikan in England findet statt

1990

Das zweite österreichische Naikan-Zentrum wird von Roland Dick in Salzburg eröffnet

1991

Erster Internationaler Naikan-Kongress in Tokyo

1991

Josef und Helga Hartl eröffnen das dritte österreichische Naikan-Zentrum in Wien, 1997 Übersiedelung nach Lunz

1992

Erstes Naikan in der Schweiz. Seither immer wieder Naikan-Angebote in diesem Land

1993

Gründung des Naikido-Zentrum in Wien, Kombination einer Shiatsu-Ausbildung mit Naikan

1993

Tages-Naikan mit Häftlingen in Wien

1994

2. Internationaler Naikan-Kongress in Wien

1995

Erstes Naikan in der Jugendstrafanstalt Gerasdorf. Seither ist Naikan Teil des therapeutischen Angebots der Anstalt

1996

In Spanien findet unter der Leitung von Hideo Asai das erste Naikan statt

1997

Studienreise einer Naikan-Gruppe nach Japan. Schwerpunktthema Naikan und Wirtschaft

1997

3. Internationaler Naikan-Kongress in Brixen/Italien

1998

Start des Burnout-Präventionsprogramms des Österreichischen Gewerkschaftsbundes für Betriebsräte. Das Programm wird bis 2004 jährlich wiederholt

2000

4. Internationaler Naikan-Kongress in Tokyo

2000

Gründung der Naikido-Zentren in Linz/Öberösterreich und Erding/Bayern

2002

In Bremen beginnt ein Schulversuch mit Naikan. Er dauert bis 2006. Buch: Naikan in der Schule

2003

Gründung des Naikan-Zentrums Lindenhof Holledau durch Sabine Kaspari

2003

5. Internationaler Naikan-Kongress in Bad Herrenalb/Süddeutschland

2005

Start des Naikan-Rehabilitationsprogrammes in allen Justizanstalten von Niedersachsen/Deutschland. Einrichtung eines Naikan-Zentrums in der Anstalt Paine. Läuft bis heute mit großem Erfolg

2005

Gründung des InsightvoiceNaikan Center in Wien durch Johanna Schuh

2006

6. Internationaler Naikan-Kongress in Breitenau/Niederösterreich

2007

Laufendes Naikan-Angebot von Ingrid Stempel in ihrer Praxis Wartenberg/Bayern

2007

Joseph Badegruber bietet im Bildungshaus Breitenstein/Oberösterreich Naikan an

2008

In Dresden wird das Naikan-Zentrum im Rahmen des Therapiehauses

der gemeinnützigen ISIS gGmbh eröffnet

2009

7. Internationaler Naikan-Kongress in Dresden

2010

Gründung des Naikido-Zentrums Burgenland/Österreich durch Stefanie Tuczai

2010

Eine Naikan-Abordnung aus Österreich besucht den 8. Internationalen Naikan-Kongress auf der Fudan-Universität in Shanghai

 

Johanna Schuh: Wie Naikan entstand.pdf


Wie-Naikan-entstand.pdf

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Regeln

Damit das Naikan-Retreat für alle TeilnehmerInnen fruchtbar wird, haben sich in der Praxis einige Regeln als hilfreich erwiesen. Sie sind nicht als disziplinierende Übung zu verstehen, sondern unterstützen einerseits das Miteinander durch Rücksichtnahme und Respekt und andererseits den Naikan-Prozess durch das Ablegen von hinderlichen Gewohnheiten oder störenden Einflüssen.

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Die Naikan-Regeln sind:

  • Während des Naikan-Retreats keine Interaktion mit anderen Teilnehmern.
  • Während des gesamten Retreats keine Kontakte nach außen. Das Handy (falls vorhanden) nicht einschalten. Nicht telefonieren, kein SMS lesen oder senden, Nachrichtenbox nicht abhören. Vor Beginn kann unsere Telefonnummer 0043 664 3200 688 bekannt gegeben werden, damit wichtige Nachrichten weitergeleitet werden können.
  • Während des gesamten Seminars kein Medienkonsum, keine Musik, kein Lesen von Büchern oder Zeitschriften, nicht Schreiben (außer kurze Notizen, um den Geist frei zu machen von etwas, was wir nach dem Naikan erledigen müssen oder von tiefen Erkenntnissen, die wir bewahren möchten – aber keine „Lebensbuchhaltung“).
  • Bei Spaziergängen auf die Konzentration achten. Wenn sie verloren geht, komm bitte in Deine Naikan-Zelle zurück.
  • Keine bewusstseinsverändernden Mittel einnehmen. Wenn Medikamente genommen werden müssen, bitte die Dosis so gering wie möglich halten.



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Verpflegung

Wir kochen vegetarisch auf ovo-lakto-vegetabiler Basis. Wünsche nach Diätnahrung oder besonderen Zubereitungsformen erfüllen wir gerne.

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Im Naikan-Zentrum stehen jeden Tag Kräuter- oder Früchtetee, Obst und Kekse bereit, Kaffee bringen wir gerne, Schwarz- oder Grüntee können selbst zubereitet werden. Was sonst noch zum Wohlbefinden gebraucht wird, wird von uns besorgt.

Unser Standardfrühstück besteht aus gekochtem Müsli, Obst, Joghurt und Honig. Aber auch hier werden andere Wünsche erfüllt. Wir bemühen uns je nach Jahreszeit und Angebot, biologische Lebensmittel frisch zuzubereiten.

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Naikan-Termine

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Kosten

Der Teilnahme-Beitrag zum 7-tägigen Naikan-Retreat beträgt zwischen € 750,-- und € 1.050,-- je nach persönlicher Selbsteinschätzung. Das Tages-Naikan kostet € 105,-- (ohne Übernachtung), incl. Übernachtung € 120,--.

In diesen Beiträgen sind alle Kosten incl. Vollpension und Unterbringung beinhaltet. Während des Retreats entstehen keinerlei sonstige Kosten.

Beiträge bitten wir auf unser Konto
BAWAG-PSK 7513.765
BLZ: 60000 Kulturverein Naikan
BIC : OPSKATWW
IBAN: AT656000000007513765
einzubezahlen.
Vielen Dank.

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